Im Dezember 1958 bezogen einige Juristen in Ludwigsburg Büros,
um systematisch Verbrechen aufzuklären,
denen während der NS-Herrschaft in deutschem Namen Millionen Menschen zum Opfer fielen –
wegen ihrer Meinung, ihres Glaubens, ihrer
Herkunft, ihrer Gesundheit oder ihrer Veranlagung.

Selbst Fachleute hatten keine Vorstellung davon, wie lange diese Arbeit dauern würde.
„In wenigen Jahren“, so schätzten sie immer wieder,
würden die ermittelbaren Verbrechen soweit möglich aufgeklärt sein
und würde der Rechtsstaat das Erbe des Unrechts-Regimes
wenigstens juristisch bewältigt haben.


Dass es 2008 ein 50-jähriges Jubiläum dieser Stelle gab,
ist erschreckend und ermutigend zugleich:
Erschreckend, wie viele Verbrechen es gab
und wie schwer wenigstens ein Teil davon aufzuklären war!
Ermutigend, dass die Juristen und dann

auch weite Teile der Gesellschaft sich sehr gründlich
an diese Aufgabe gemacht haben.


Der Förderverein Zentrale Stelle setzt sich dafür ein,
dass diese einzigartige Arbeit, die hier in Ludwigsburg begonnen wurde,
im Bewusstsein bleibt und weiterhin und immer mehr mit Leben erfüllt wird –
Demokratie und Menschenrechte müssen stets

neu verstanden und verwirklicht werden.

Für Ludwigsburg ist die Zentrale Stelle
nach viel Unverständnis und Ablehnung in den ersten Jahren
ein Stück einzigartiger Identität geworden.



Daten zur Geschichte der „Zentralen Stelle“:
April 2000: Die Außenstelle des Bundesarchivs übernimmt die Akten
2. April 2001: Die „Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität Stuttgart zur NS-Geschichte“ nimmt die Arbeit auf.
18. September 2004: Eröffnung der Ausstellung „Die Ermittler von Ludwigsburg“

Amtschefs der Zentralen Stelle:
1.Dezember 1958 – 1.September 1966: Erwin Schüle
1. September 1966 – 6 Juli 1986 (lt. Wikipedia bis 29. Februar 1984): Adalbert Rückerl
1986 – August 1996: Alfred Streim
Ab August 1996 kommissarisch: Wilhelm Dreßen
Juni 1997 – August 2000: Wilhelm Dreßen
seit 2000: Kurt Schrimm