
Im Dezember 1958 bezogen einige Juristen in Ludwigsburg Büros,
um systematisch Verbrechen aufzuklären,
denen während der NS-Herrschaft in deutschem Namen Millionen Menschen zum Opfer fielen –
wegen ihrer Meinung, ihres Glaubens, ihrer Herkunft, ihrer Gesundheit oder ihrer Veranlagung.
Selbst Fachleute hatten keine Vorstellung davon, wie lange diese Arbeit dauern würde.
„In wenigen Jahren“, so schätzten sie immer wieder,
würden die ermittelbaren Verbrechen soweit möglich aufgeklärt sein
und würde der Rechtsstaat das Erbe des Unrechts-Regimes
wenigstens juristisch bewältigt haben.
Dass es 2008 ein 50-jähriges Jubiläum dieser Stelle gab,
ist erschreckend und ermutigend zugleich:
Erschreckend, wie viele Verbrechen es gab
und wie schwer wenigstens ein Teil davon aufzuklären war!
Ermutigend, dass die Juristen und dann
auch weite Teile der Gesellschaft sich sehr gründlich
an diese Aufgabe gemacht haben.
Der Förderverein Zentrale Stelle setzt sich dafür ein,
dass diese einzigartige Arbeit, die hier in Ludwigsburg begonnen wurde,
im Bewusstsein bleibt und weiterhin und immer mehr mit Leben erfüllt wird –
Demokratie und Menschenrechte müssen stets
neu verstanden und verwirklicht werden.
Für Ludwigsburg ist die Zentrale Stelle
nach viel Unverständnis und Ablehnung in den ersten Jahren
ein Stück einzigartiger Identität geworden.