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In Planung ist für den Herbst eine Filmreihe: Deutschland und die tragische Liebe zur Uniform
in Zusammenarbeit mit „Kinokult e.V.“ und dem Bundesfilmarchiv.
Mögliche Filme sind:
- „Der Untertan“ (von Wolfgang Staudte nach einem Roman Heinrich Mann)
- „Der Hauptmann von Köpenick“ (von Helmut Käutner nach einem Theaterstück von Carl Zuckmayer)
- „Des Teufels General“ (von Helmut Käutner nach einem Drama von Carl Zuckmayer)
Näheres über www.fv-zentrale-stelle.de,
Tages- und Programmzeitungen

 

Das Kino der jungen Bundesrepublik
Prof. Dr. Roland Jost gibt eine Einführung in die Filmreihe „Deutsches Kino ohne Goebbels und ohne Schwarzwaldmädel“. Schwerpunkt ist der Filmemacher Wolfgang Staudte, in dessen filmischem Werk die NS-  Vergangenheit und der Umgang damit vielfach thematisiert wurde – vom Drama über die Komödie bis zum Melodram – übrigens auf beiden Seiten der deutsch-deutschen Grenze produziert. Jost erläutert das Umfeld des Films der jungen Bundesrepublik, in dem auch Kurt Hoffmann, teilweise sogar als Partner von Staudte, produzierte. An Ausschnitten der Filme aus der Filmreihe erläutert Roland Jost seine Thesen.
Mittwoch, 12. November · 19.00 Uhr
Staatsarchiv Ludwigsburg · Arsenalplatz 3
5,– € / 3,– €

 

Das Geheimnis der Orangenkisten · Ludwigsburg und die Zentrale Stelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen. Dokumentarfilm von Jochen Faber. Warum kam die Zentrale Stelle nach Ludwigsburg? Wie waren die Reaktionen in der Stadt? Warum verbrachten zwei höchstrangige SS-Generale ihren Ruhestand in Freiheit in der Stadt, in der die Ermittler von NS-Verbrechen stets hinter Gefängnismauern arbeiteten? Ist es nicht besser, wenn Menschen Bausparverträge verkaufen, als fremde Länder zu überfallen? Wie veränderte sich die Haltung der Ludwigsburger zu „ihrer“ Zentralen Stelle?
Fr, 3. Oktober · 11.00 Uhr
Caligari-Kino · Seestraße 25
7,– € / 5,– €

 

„Die Mörder sind unter uns“, der erste deutsche Nachkriegsfilm (unter anderem mit Hildegard Knef als KZ-Überlebender) erzählt die Begegnung eines Kriegsheimkehrers, den die völkermörderischen Verbrechen seines Vorgesetzten an der Front traumatisiert haben, mit eben diesem Mann, der inzwischen als Fabrikant wieder ein arriviertes Mitglied der Gesellschaft ist. Arbeitstitel des großen, ebenso klugen wie gefühlsbetonten Films war: „Der Mann, den ich töten werde“.
Mo, 17. Nov. · 17.30 Uhr
Luna-Lichtspieltheater · Unterne Reithausstraße 32
5,– € / 3,– €

 

„Wir Wunderkinder” von Kurt Hoffmann beschreibt in einer kraftvollen und bitteren Komödie Lebensläufe von der Kindheit im Kaiserreich über die Zeit im Faschismus bis zum Leben in der Bundesrepublik – dem redlichen Lebensentwurf wird der Opportunist entgegengesetzt, der in jeder Gesellschaft zu profi tieren versucht. Ausgezeichnet mit dem Golden Globe und dem Deutschen Filmpreis.
Di, 18. Nov. · 17.30 Uhr
Luna-Lichtspieltheater · Unterne Reithausstraße 32
5,– € / 3,– €

 

„Rosen für den Staatsanwalt“ vereint nicht nur einige der besten Kabarettisten der jungen Bundesrepublik vor der Kamera, sondern zeigt auch die eben so tragische wie brüllend komische Karikatur eines Unbelehrbaren, der sich immer im Recht fühlt – egal, ob er kurz vor Kriegsende einen Gefreiten wegen Schokolade- Diebstahls zum Tod verurteilt, oder ob er in seiner neuen Position als Staatsanwalt den damals in letzter Sekunde Geretteten auszuschalten versucht.
Mi, 19. Nov. · 17.30 Uhr
Luna-Lichtspieltheater · Unterne Reithausstraße 32
5,– € / 3,– €

 

Pakt des Schweigens · Das zweite Leben des Erich Priebke
Dokumentation mit Spielszenen von Carlos Echeverría. Der Autor dieses Films wuchs in einer deutschen Gemeinde in Argentinien auf und musste als junger Erwachsener feststellen, dass einer seiner Nachbarn ein gesuchter NS-Verbrecher war – Priebke war als SS-Offizier an der Ermordung italienischer Zivilisten bei den ardeatinischen Höhlen beteiligt. Echeverría schildert die deutsche Nachkriegs-Gesellschaft in Argentinien und gibt damit einen einzigartigen Einblick in eine Situation, die in vielem der deutschen Gesellschaft während des NS-Regimes grausam ähnlich ist. Auf diese Weise wird dem Zuschauer das Klima vorstellbar, in dem der Faschismus auch hierzulande als "normal" empfunden wurde. Der Film zeigt den mühsamen Weg zu einem kleinen Stück völlig verspäteter Gerechtigkeit: 1988 wurde Priebke in Italien verurteilt.
Donnerstag, 27. November · 19.00 Uhr
Staatsarchiv Ludwigsburg · Arsenalplatz 3
5,– € / 3,– €

 

Hafners Paradies
Provokanter Film über einen unverbesserlichen Alt-Nazi – Der österreichische Regisseur Günter Schwaiger begleitete den ehemaligen SS-Obersturmführer Paul Maria Hafner 13 Monate mit seiner Kamera. Herausgekommen ist ein Film-Porträt über einen Unverbesserlichen. Hafner flüchtete nach dem Krieg nach Spanien und lebt heute in Madrid. Der 84-Jährige ist immer noch von seiner damaligen Weltanschauung überzeugt. Er leugnet den Holocaust, er posiert mit Hitlergruß. Im Laufe des Films verstrickt er sich immer mehr in Widersprüche, bis er nach einem Gespräch mit einem ehemaligen KZ-Häftling nur noch schweigt.
Donnerstag, 4. Dezember · 19.00 Uhr
Staatsarchiv Ludwigsburg · Arsenalplatz 3
5,– € / 3,– €