I N T E R E S S A N T E I N F O R M A T I O N E N
Justizminister Rainer Stickelberger in der Zentralen Stelle
23. Februar 2012 Mehr lesen...





P R O G R A M M 2 0 1 2


Vortrag:

Nürnberg-Rwanda

Ulrich Hebenstreit:
Von Nürnberg nach Ruanda
Macht und Ohnmacht internationaler Strafverfolgung

Das Bestreben, menschenrechtsverachtende Verbrechen insbesondere durch staatliche Organe beziehungsweise durch für diese handelnde Personen international zu verfolgen, ist nicht neu. Aber erst mit den Nürnberger Prozessen nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dies auch durchgesetzt. Seit 2003 gibt es den - ständigen - Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag (erstes Verfahren 2009), nicht zu verwechseln mit den dortigen Ad-hoc-Gerichtshöfen, zum Beispiel für das ehemalige Jugoslawien.
2002 trat das deutsche Völkerstrafgesetzbuch in Kraft. Seit 2011 läuft das erste Hauptverfahrens auf dieser Grundlage gegen zwei ruandische Staatsangehörige wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen sowie wegen Mitgliedschaft in der terroristischen Vereinigung Forces Démocratiques de Libération du Rwanda vor dem Oberlandesgericht Stuttgart.
Internationale Strafgerichtsbarkeit wird der Schwerpunkt des Vortrags sein. Hinzukommen soll über das Strafrecht hinaus ein Blick auf die supranationale Sicherung der Einhaltung der Menschenrechte, etwa durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg, sowie auf die sonstige Internationale Gerichtsbarkeit.
Ulrich Hebenstreit aus Ludwigsburg ist Richter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

Dienstag, 19. Juni 2012 · 19 Uhr · Staatsarchiv, Arsenalplatz 3, Ludwigsburg · 5,- € / 3,- €





Vortrag:

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Christian Gerlach:
Extrem gewalttätige Gesellschaften
Ein neuer Ansatz zur Erklärung von Massengewalt

Massengewalt zählt zu den verstörendsten Phänomenen der Gegenwart. Während herkömmliche Erklärungsversuche vor allem die Rolle des Staats und der ideologischen Voraussetzungen untersuchen, fragt Christian Gerlach, Professor an der Universität Bern und renommierter Forscher über NS-Verbrechen, nach den sozialen Bedingungen von Massentötungen. Anhand von Geschehnissen unter anderem in Armenien, Bangladesch, Griechenland und Indonesien untersucht Gerlach die Bedeutung sozioökonomischen Drucks und sozialer Mobilität in den betroffenen Gesellschaften für die Entstehung von Gewalt.

Dienstag, 16. Oktober 2012 · 19 Uhr · Staatsarchiv, Arsenalplatz 3, Ludwigsburg · 5,- € / 3,- €




Film:

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Fritz Bauer – Tod auf Raten
mit Regisseurin Ilona Ziok


Fritz Bauer war wohl der profilierteste Staatsanwalt, den die Bundesrepublik je hatte! Er sah sich als „Jurist aus Freiheitssinn“ und war davon überzeugt, dass der Bürger ein Widerstandsrecht gegen Willkürakte des Staates habe.
Ebenso zielgerichtet, wie Bauer die Verschwörer des 20. Juli ’44 rehabilitierte, hat er wie kein anderer Jurist die Aufhellung und Ahndung der NS-Verbrechen in Gang gesetzt. Als hessischer Generalstaatsanwalt (1956 – 1968) war er der maßgebliche Initiator der Frankfurter Auschwitzprozesse. Und er war einer der Gründerväter der Zentralen Stelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg.
Antisemitische und politische Anfeindungen begleiteten das Leben des jüdischen Schwaben auch in der Bundesrepublik. Die Verabschiedung der Notstandsgesetze und der juristische Trick eines ehemaligen Nazi-Richters zur Beendigung von Ermittlungen gegen die Planer von NS-Verbrechen versetzten ihm schwere Schläge. Am 30. Juni 1968 wurde Fritz Bauer unter nicht geklärten Verhältnissen tot in seiner Wohnung gefunden.
Ilona Ziok montierte aus den Ergebnissen tiefgreifender Archiv-Recherchen und Interviews das packende Portrait eines der bedeutendsten Juristen des 20. Jahrhunderts.

Filmmatinée Sonntag, 25. November 2012 · 11 Uhr Caligari Kino · Seestraße 25 · Ludwigsburg · 7,- € | Eintritt für Studierende der Filmakademie frei | Für Mitglieder des Fördervereins (bitte Einladung mitbringen) 6,- €

In Zusammenarbeit mit der Filmakademie Ludwigsburg, KinoKult e.V., der Volkshochschule Ludwigsburg und der IG Metall Baden-Württemberg